Sonntag, 12. Oktober 2014

Der Preis ist heiß!

Über Geld spricht man bekanntlich nicht - nach Gehältern fragt man nicht, teure Handtaschen nimmt man zur Kenntnis - Luxusgüter jeglicher Art sind in der Regel tabu, denn auch wenn man sich bestimmte Dinge leisten kann, will man nicht mit konkreten Zahlen um sich werfen.

Für mich ist ein schöner Aspekt von Blogs, dass genau diese Regel wegfällt. Endlich ein Platz wo man Zahlen sprechen lassen kann, wo Gleichgesinnte ebensolche Summen aufbringen für die schönen Dinge des Lebens wie man selbst und man sich nicht rechtfertigen muss für seine Hobbies.
Mir fällt aber immer öfter auf, dass diese Transparenz, die mir persönlich gerade bei Hauls gefallen hat, immer öfter außen vor gelassen wird. Selbst bei kleineren Einkäufen und "großen Schnäppchen" werden die Preise weggelassen. Warum? Da kann ich nur mutmaßen.
Vielleicht, weil nicht alles selbstgekauft, also gesponsert wurde?
Verbieten einem Firmen über Preise zu reden?
Vielleicht, weil es missgünstige Kommentare gegeben hat/geben könnte?
Vielleicht, weil es jetzt auch online unangemessen ist über Geld zu reden?

Ich bin zwar selbst weit entfernt davon mir teure Stücke leisten zu können und zu wollen, aber auch ich freue mich für Blogger, die stolz ihre Schmuckstücke zeigen, für die sie gearbeitet haben und bei denen sie lange überlegt haben, ob "das den wirklich sein muss". Für diese Truppe von Leuten sind die Teile dann was ganz besonderes und das merkt man als Leser, weil sie oft und gerne wieder in Posts auftauchen.
Aber ich gebe auch zu dass mir bei wieder anderen die linke Augenbraue nach oben rutscht, wenn sie wortlos beim Outfit des Tages wechselnde Luxusteile wortlos in die Kamera halten. Auch wenn es sich um besondere Stücke handelt, schreit es für mich Überfluss und Geringschätzung.

Transparenz und Ehrlichkeit sind mir merklich wichtiger geworden bei den Blogs, die ich folge, die Offenheit zu sagen "Jup, dieses sündhaft teure Teil hab ich mir gegönnt, und ich liebe es!", genauso wie "Das hab ich zwar geschenkt bekommen, ich mag es, hätte es mir für den Preis aber nie selbst gekauft.". 

Kommentare:

  1. Irgendwie dünkt es mir, sind Ehrlichkeit und Transparenz zwar immer wieder trendig anzusprechen, doch bei einigen entsteht der Eindruck, sie wollen es damit nicht so ernst nehmen. Schade.
    [Vielleicht mag ich Fashion Blogs deswegen meist nicht soooo gern...?]
    Wenn jemand hart für sein Geld arbeitet und sich eine Tasche im Wert eines Kleinwagens davon holt: Super!
    Andere veressen es lieber oder machen sonst einen Quatsch, jedem das seine...
    Doch den Wert der Dinge nicht mehr zu würdigen zu wissen oder sich als Person und Werbefläche offensichtlich kaufen lassen - traurig.

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    1. Das mit den Fashion Blogs unterschreibe ich so. Ich verfolge nur noch wenige - bei vielen ist das ein einziger Modekatalog geworden. Die einzigen Worte die man sieht geben nur die Marken an, die da gerade getragen werden. Beautyblogs sind mir da wirklich lieber. Bodenständiger irgendwie. Wahrscheinlich weil da die Industrie nicht ganz so krass dahinter steht.
      Ansonsten sehe ich es genauso: ob ich für 100€ STeak essen gehe oder mir ein T-Shirt kaufe, ist egal, so lange ich das Geld dafür gerne ausgebe... und wenn das Shirt geschenkt wird, dann sollte ich es ebenso würdigen oder mich nicht damit beliefern lassen.

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  2. Das ist mir noch nie so aufgestoßen. Ich empfinde es bei Beauty als interessant, zu wissen, wieviel was kostet, aber nur, weil ich dann abschätze, ob ich mir das leisten will oder nicht.
    Ich selbst gebe fast nie Preise an, weil ich sie schlicht nicht weiß *hehe*
    Ich bewahre keine Kassenbons auf, ich werfe sie sofort weg, wahrscheinlich macht mich der Anblick des ausgegebenen Geldes nervös.. dann wäre ich ja ein gute Kandidat für "sieh dem ins Auge, Kind!!" ^.^
    Ich empfinde aber rein technisch schon vieles am Drumherum nervig, was ich alles so nach dem Schreiben machen muss: ich hasse Layout machen (bißchen), Formatieren des Textes (mittelmäßig), Verlinkungen setzten (ziemlich!) und dann noch die ellenlangen, korrekten Produktbezeichnungen raussuchen und hinschreiben (uuuunendlicher Hass!!) XD Deswegen fiele es mir nie im Traum ein, DANN noch nach einem zerknüllten Kassenbon zu suchen und DANN noch die Preise per Hand einzugeben...nää! Da liege ich schon und schnarche *hehe*

    Ich lese aber auch keine Fashionblogs. Vielleicht haben die weniger lange Produktnamen und sollten dann auch mal den Preis dazu angeben..besonders, wenn ich das nachkaufen will. Obwohl: wenn da C&A steht, weiß ich "geht", wenn da Gucci steht, weiß ich "byebye".

    Generell habe ich gelernt, je weniger drüber geredet wird, desto teurer ist es; außer bei mir, da liegt es nur am verhassten Kassenbon :-)

    Alles Liebe!!

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    1. Aber ich finde es ehrlich gesagt albern und unnötig immernoch so ein Trara um Gelbbeträge zu machen. Ich meine damit auch nicht deine Essie Lacke ;)
      Wenn sowieso alle wissen, dass Marke XY nicht billig ist, dann kann man doch wenn man groß abtippt "ich habe ein Schnäppchen gemacht" auch direkt schreiben, dass man auf die 1000€ Tasche 10% gespart hat. Es ist nur so ein Tabu, weil die Leute eins draus machen.

      Ähnlich sehe ich das mit Frauen, die es als unhöflich empfinden nach ihrem Alter zu fragen bzw es gar nicht verraten. Furchtbar. Da weiß ich schon, dass es eine Dame ist, die jünger wirken will, als sie eigentlich ist (gedanklich addiere ich dann mindestens 10 Jahre zu meinem Schätzwert).
      Zahlen zu verschweigen stört mich persönlich immer etwas, weil ich erstens gern konkret Bescheid weiß und weil es immer suspekt rüber kommt. Als hätte jemand was zu verbergen - ob das nun Botox ist, oder eine Handtasche, die man sich nicht selbst kaufen musste.

      Und du verschweigst ja wie du beschrieben hast, nicht mutwillig um irgendwas zu verschleiern. ^^ Wenn du dir was selbst kaufst, machst du das bewusst und wenn ich dich nach dem Preis fragen würde, würdest du sicher, auch wenn du es nicht mehr auf dem Kassenbon hast, nach bestem Gewissen antworten, nicht wahr? :3
      Und wenn du was geschenkt bekämst, dann würdest du dich freuen, es erwähnen/ kennzeichnen, so wie ich auch. ^^

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  3. Hm, ich lese ja keine Modeblogs (in die Klamotten passe ich eh nicht rein bzw. fühle ich mich von den "Übergrößen" Blogs nicht repräsentiert) vielleicht kommt es daher aber irgendwie sind mir Preisangaben glaube ich nicht soo wichtig.
    Wenns mich dringend interessiert kann ich ja nachfragen.
    Zugegeben, wenn dann gar nicht oder nur ausweichend geantwortet wird find ich das auch komisch.
    Aber grade bei Schminke weiß man ja grob über den Daumen gepeilt eh was MAC, Benefit, Bobbi Brown usw. kosten und da frag ich mich bei vielen Blogs eher was die Damen beruflich machen (und noch wichtiger: Stellen diese gutzahlenden Firmen grade ein?) als was der drölfzigste Blush genau gekostet hat.

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    1. Ich kann mir gut vorstellen was du mit Übergrößen Blogs meinst. Das ist schon teilweise sehr ...expressiv?
      Die Frage nach dem Beruf stelle ich mir auch oft bzw bekommen einige ja wirklich viel geschickt, da kann ich mir vorstellen, dass man da nur selten in das eigene Portmonee greifen muss. Bei Luziehtan sieht man das echt gut wenn sie ein AMU zeigt. Da ist dann auch schon mal fast alles als gesponsert gekennzeichnet.

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    2. Expressiv trifft es ganz gut, wobei ich da glaube ich weniger diplomatisch wäre. ;)

      Lu les ich aus diesen (und anderen Gründen) schon lange nicht mehr.
      Wenn da gar nichts selbstgekauftes mehr dabei ist, hab ich echt Schwierigkeiten da noch was glaubwürdig zu finden.

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    3. ...ich überlege gerade auch zu entabonieren, aber aus dem Grund weil sie die Kommentarfunktion ausgeschaltet hat. Da geht für mich der Sinn eines Blogs komplett verloren.

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