Montag, 20. Mai 2013

Guido Rohm - Untat

Auf Blog dein Buch wurde dieses Werk als "ein Krimi mit Bestseller-Potenzial" angepriesenUnd das bei nur 134 Seiten Umfang. Da wollte ich es dann doch genau wissen. Schließlich hat mir "Moderholz" damals vor Augen geführt, dass man Krimis eben nicht auf unter 200 Seiten realisieren kann.

"Untat" handelt laut Einband um zwei Journalisten, die einen Entführer namens Oscar bezahlen, um ihn bei seiner Tat begleiten zu können. Dabei geraten sie unweigerlich in einen Konflikt.
Die Handlung ist somit recht übersichtlich und absolut angemessen für die Länge des Buches. So weit, so gut.



Das Ganze liest sich auch recht schnell, da reichlich Platz zu den Seitenrändern gelassen wurde und viele Kapitel und Absätze dem ganzen Struktur geben. Die Geschichte verläuft linear und insgesamt durchläuft sie 6 Tage/ Kapitel, die zusätzlich in Abschnitte (1,2,3,..)  gegliedert sind.
Der Schreibstil unterstützt das schnelle Lesen auch, denn es handelt sich ausschließlich um sehr kurz gehaltene Aussagesätze, die lediglich durch direkte Rede von Oscar, besagtem Entführer, unterbrochen werden.

Sprachlich war es das aber noch nicht. Wie schon erwähnt handelt es sich um 2 Journalisten. Merkwürdigerweise wird von diesen aber nie erwähnt, wie sie heißen, aus welchen Orten sie stammen, das Alter,... man erfährt gar nichts über sie, obwohl sie eindeutig die Erzähler sind. Das heißt: einer von ihnen ist der Erzähler, aber da er IMMER in der wir-Form spricht, ist es unmöglich die beiden zu unterscheiden. Das mag insofern sinnvoll sein, als das beide ja ursprünglich unbeteiligte "neutrale" Beobachter sein wollten, aber mal im Ernst, die beiden würden sogar eineiige Zwillinge zum Kopfschütteln bringen mir ihrer Gleichheit, denn sie Träumen das selbe, haben die selben Verdauungsbeschwerden, kurzum, das Wir führt das alles ad absurdum:
"Verstopfung! Wir können drücken, wie wir wollen, es kommt nichts."
oder
"Unsere Ähnlichkeit in Aussehen und Charakter macht uns zu austauschbaren Personen. Kein sehr schöner Gedanke, den wir darum die meiste Zeit über unbedacht lassen."

Neben diesem äußerst merkwürdigem Fakt, sind die beiden scheinbar auch nicht gerade gut in ihrem Job, denn neben einem offenen Zugeben, dass beide ihre rühmlichen früheren Kriegsfrontberichte erdacht haben, wohnen sie keinem einzigem wichtigem Punkt der Entführung bei: während Oscar also Entführt, knebelt, erpresst,  und was man eben so als Entführer macht, machen die beiden es sich in seiner Bude gemütlich oder trinken Bier und schauen DVDs. Irgendwann kommen sie sogar an einen Punkt, an dem sie nicht mal mehr wissen was und ob etwas passiert. Wirklich die schlechtesten Journalisten aller Zeiten. Dieser Fakt macht es für mich auch etwas schwer das Buch wirklich zu mögen.
Ich weiß nach wenigen Seiten, die sich auf jeden Fall spannend lesen, nicht mal ob ich den Erzählern irgendetwas abkaufe. Identifizieren kann ich mich jedenfalls nicht mit ihnen und das ist eigentlich etwas das natürlich mit der Erzählperspektive kommt.

Dass da schon noch ein paar Twists kommen will ich jetzt nicht breittreten, aber nur so viel - die machen es nicht leichter das Ganze zu verstehen.

Grundsätzlich ist das also kein schlechtes Buch. Ich würde liebend gern mit jemandem darüber sprechen, wie gesagt, es besteht akuter Klärungsbedarf, aber so ein paar hundert Seiten mehr wären definitiv angebracht gewesen.
Es ist zwar tausendmal besser als "Moderholz", aber ich bleibe dabei: Krimis brauchen Zeit. Spannung dieser Art baut sich nicht auf 50 Seiten auf und um wirklich mitgerissen zu werden, muss man mit den Charakteren mitfühlen können und das klappt eben nur mit entsprechenden Hintergrundinformationen.



Erschienen ist dieses Buch beim Conte Verlag.

Bestellen kann man das Buch hier.
Danke auch an Blog dein Buch!

Kommentare:

  1. Um Himmelswillen, bei der Beschreibung würde ich mich permanent über die Hauptpersonen aufregen, das wäre ja mal so gar nichts für mich.

    [Und bevor ich es vergesse: Ich habe dir einen Award verliehen [So richtig hoch offiziell und so ;) Hatte noch keine Gelegenheit, da der Post ja getimed kam ^.~]]

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    1. Das ist ja lieb von dir! :D Danke. Werde versuchen die Fragen baldigst zu beantworten.

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  2. Oh Gott, ich würde mich die ganze Zeit so aufregen... außerdem mag ich Bücher nicht, wenn sie weniger als DICK sind. Ich lese zu schnell, da ist ein 130-Seiten Buch (das ist so Hanni und Nanni-Umfang) nur eine Abendlektüre..:-/
    Ich bin also noch viel schlimmer, ich mag Bücher nur, WEIL/wenn sie dick sind :-D

    Bitte empfiehl mir jetzt keine Rosamunde-Pilcher-Frauen-Monster-Schinken...*uarg*
    ;-)

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    1. Ich glaube fast ein Band H&N hat mehr Seiten. Ist aber vielleich etwas größer geschrieben.

      Bei mir ist es oft so, dass ich die 600+ Wälzer aber auch of vor mir her schiebe, aber wenn man dann 100 Seiten drin ist, dann wirds schwer mit Aufhören! xD

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    2. Ich hab schon nächtelang nicht geschlafen wegen solcher spannenden Geschichten.. "nur das Kapitel noch...ok...oh, es wird hell draussen!"
      ;-)

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    3. Was liest du denn so? :O Oder gibt es da schon einen Eintrag dazu auf deinem Blog? :)

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  3. Lustig, wie jeder Bücher anders empfindet. Ich finde den Stil ziemlich klasse. Ich kann mich zwar mit den Charaktere auch nicht identifizieren und stelle mal in den Raum, dass man es hier mit einer Persönlichkeitsstörung zu tun hat. Sind es nun 2 Journalisten oder doch nur einer? Gibt es Oscar überhaupt?

    Meine Rezension findest du hier. Ich würde mich über deinen Kommentar zu meiner Interpretation freuen.

    Viele Grüße,
    Stefanie

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    1. Die anderen Bewertungen finde ich auch immer besonders spannend. Geschmäcker sind und bleiben eben verschieden.
      Letztlich denke ich handelt es sich beim Protagonisten um eine Person - keinen Journalisten aber.

      liebe Grüße~

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  4. Ha, hier ist deine Review! Nicht ganz so vernichtend wie meine aber schon die gleiche Richtung. Komisches Buch!

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    1. Wahrscheinlich weil ich schon schlechtere Bücher gelesen habe. Mein Maßstab ist recht weit unten angesiedelt. ^^
      Aber ganz ehrlich - so ein wenig Papierverschwendung ist das Buch schon.

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