Sonntag, 30. November 2014

meine Serienempfehlung für kalte Abende: Fargo


Lester hat es nicht leicht: als Versicherungsvertreter ist er eher so lala, Rückrad fehlt ihm auch und von seiner Frau fange ich gar nicht erst an, aber Martin Freeman spielt diesen Typen und so kann ich einfach nicht anders, als mit dieser armen Sau zu fühlen. Figuren wie diese gibt es wirklich zu selten in der Film-, Fernseh- und Buchlandschaft, denn es sind nicht die, die automatisch zum Held heran wachsen. Er ist eine Person wie es sie zu tausenden jetzt gerade da draußen gibt, nur dass er durch Lorne Malvo (Billy Bob Thornton) in eine Sache reinschlittert, die alles andere als alltäglich ist. Psst, ein kleiner, dezenter, roter Hinweis versteckt sich in meinem Nailart.
Schauplatz des ganzen ist Bemidji, Minnesota (den Ort gibt es wirklich, ich hatte bis vor kurzem angenommen, dass dies ein erdachter Ort aus How I met your Mother sei) - eine verschneite Kleinstadt in der jeder, jeden kennt oder zumindest glaubt es zu tun.

Ich habe mich super schnell in die ganze Szenerie eingefunden und so wurde die Serie, die eigentlich nur so nebenbei laufen sollte, zu einer Sache, die meine ungeteilte Aufmerksamkeit in Beschlag genommen hat. Genretechnisch würde ich sie in Thriller einordnen, aber dazu kommt eine ganze Menge Situationskomik ohne dabei in die Comedyschiene zu rutschen und das ganze lächerlich zu machen.
Es gibt viele Wendungen, man lernt etwas (z.B.: wie man sich eine gratis Mitfahrgelegenheit bestellt: x ) und die Charaktere (genial besetzt) haben mich von Anfang bis Ende der 10 Folgen gefesselt. Jede Episode geht zwischen 40 und 60 Minuten, also gut verdaulich, ohne dass man ständig in der Luft hängen gelassen wird.

Es gab auch schon einmal einen Film von 1996 mit Steve Buscemi und Frances McDormand, den ich nicht kannte und erst geschaut hatte nachdem ich die Serie beendet hatte. Viel haben sie nicht gemein, bis auf den Disclaimer am Anfang, der besagt, dass das was folgt auf wahren Tatsachen beruht, die Namen aber geändert wurden (was nicht ganz der Wahrheit entspricht: x). Die Geschichten sind aber sowohl vom Inhalt, als auch vom Stil sehr verschieden. Wer dem Film nichts abgewinnen konnte, der sollte sich wirklich einen Ruck geben, denn eine Serie, von dieser Länge ermöglicht eine Charakterentwicklung wie sie in keinem Film möglich sein kann.

Von mir gibts eine Runde Applaus für diese wahnsinnig tolle Show, die mich wirklich überrascht hat, obwohl ich ihr anfangs keine richtige Chance gegeben hatte.


Hat noch jemand Redebedarf zu der Serie? Ich stehe gern zur Verfügung! Würde mich riesig freuen, wenn der ein oder andere sie sich anschaut.

Kommentare:

  1. Puh, gut dass du das hier schreibst.
    Ich habe den Film vor einer ganzen Weile geguckt und war gelinde gesagt enttäuscht. Die Coen Brüder können doch auch besseres...und daher dachte ich, dass die Serie eher auch nix wäre.
    Aber wenn du hier so schwärmst, muss ich mir mal einen Ruck geben...und sie auf die "to watch" Serienliste setzen.:D

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    1. Ich war auch super enttäuscht, als ich den Film danach gesehen hab- im Vergleich ist der sehr flach und uninteressant. Ich hoffe du kommst bald dazu. Würde mich echt interessieren was du dazu sagst, da du ja auch den Film kennst.

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  2. Hui, da muss ich mal reingucken.
    Ich bin immer noch dabei mir Dexter anzugucken, auch auf deine Empfehlung ;)

    So viel zu gucken, so wenig Zeit :D

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    1. Schön, dass dich blutige Nägel so animieren! xD
      Ich hoffe du kommst dazu! Es lohnt sich wirklich.

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